Eigentlich müßte es Schröter-Pflege heißen, denn Balkenschröter gibt es ebenfalls recht zahlreich auf unserem Gelände und diese gehören wie der Hirschkäfer zur Familie der Schröter. Es ist ein Versuch, den streng geschützen Arten die Möglichkeit der Ei-Ablage und den Larven ein geschütztes Heranwachsen zu ermöglichen. Während Balkenschröter-Larven schon nach einem Jahr zu Käfern werden, sind es beim Hirschkäfer schon 4 bis 6 Jahre, je nach Nahrungsangebot bzw. Holzqualität.
29.5.2011: Das u.a. Weibchen läuft zu der Wiese, unter der sich weißfaules Eichenholz befindet. Von diesem Pilz ernähren sich die Larven.
29.5.2011
Die Hirschkäfer finden sich wieder in großer Zahl bei uns ein. Das abgebildete Hirschkäferweibchen ist auf dem Weg zu den von mir vorbereiteten Ablegeplätzen, an denen ich weißfaules Eichenholz vergraben habe. In 2 Tagen sind Gewitter angesagt und es kann gut sein, dass sie mit der Eiablage beginnen.
Ein Hirschkäfer-Weibchen, vergräbt etwa 20 Eier in der weichen Erde am Teich, dort, wo die Eichenstämme mit der Zeit verfaulen (Weißfaules Holz, dieser weiße Pilz ist die Nahrungsgrundlage der Larven). Die Larven schlüpfen nach 14 Tagen aus den Eiern und wandern zu dem naheliegenden Eichenholz.
Auf den Tag genau nach einem Jahr am 14.6.2007 sehen wir die Hirschkäfer-Weibchen wieder sehr zahlreich und aktiv in der Nähe des Teiches mit den vergrabenen Eichenholzstämmen. Und wieder nähert sich am späten Nachmittag ein Gewitter, was die Käfer wohl aktiv werden läßt.
Die Metamorphose zum Käfer vollzieht sich bereits im Herbst. Den Winter über verbringen die Käfer aber noch in ihrer "Puppenstube", bis sie dann im späten Frühjahr ausfliegen, um sich zu paaren und den Nachwuchs auf den Weg zu bringen.
Diese Larve ist nicht etwa zu Fotozwecken freigelegt worden, sondern aus einem der Eichenholzscheite bedauerlicherweise herausgefallen, als der Holzstapel abgerutschte. Ich habe sie wieder so angelegt, dass man hoffen kann, dass sie das geeignete Umfeld wiederfindet, in dem sie sich weiter entwickeln kann.
Die Larven haben viele Feinde und sind sehr begehrt, bieten sie doch einen "fetten" Happen für Widschweine, Mäuse und Co. Aber auch Ameisen machen sich über die wehrlosen Larven her. Wildschweine sind bei uns es sehr zahlreich, aber eben nur außerhalb unseres Zaunes.
Die Larven künstlich aufzuziehen dürfte bislang kaum geglückt sein. Man sollte sich darauf beschränken, den Lebensraum wiederherzustellen und damit eine passive Aufzuchthilfe anzubieten.
Die Larven benötigen weißfaules Holz für ihr Wachstum. Dabei sind die Pilze auf diesem Holz ihre Nahrungsgrundlage. Üblicherweise ist es gerbsäurearmes Eichenholz, ich habe einige Larven aber auch in der Wurzel einer geschlagenen Nordmann-Tanne entdeckt und sie natürlich auch dort belassen.
Ausgewachsene Käfer leben maximal einen Monat.
Hirschkäfer-Männchen in Drohgebärden-Haltung. Sieht man die Käfer ohne Schutz zu suchen am Tage, geht es mit ihnen zu Ende, die Fortpflanzung ist gelaufen und das kurze Käferleben erfüllt.
Geweihstudie
Das mächtige Geweih des Hirschkäfer-Männchens ist tatsächlich es der vergrößerte Oberkiefer und dient nicht dem Fangen von Beutetieren, sondern dem AusdemWegräumen des Nebenbuhlers. Die Käfer ernähren sich ausschließlich von Pflanzensäften, die sie saugen.
Hirschkäferweibchen
15 bis 20 Eier legen die Weibchen ab, normalerweise in die Rinde von Eichen-Totholz. Meine hier dokumentierte Eiablage ist daher ungewöhnlich. Nur der Käfer und ich wissen wohl, dass ich darunter verrottete Eichenstämme in Teichnähe vergraben habe.
Eiablage
Etwa um 17 Uhr beginnt dieses Hirschkäferweibchen mit dem Ausarbeiten der Mulde. Es kündigt sich auch ein Gewitter und Regen an, an diesem warmen 15. Juni.
Diese Fotoreihe über das Hirschkäfer-Weibchen entstand an einem Tag. Es kam angeflogen, landete etwas unorthodox an einem Blatt und begab sich nach einigen Stunden zum Ablegeort.
Man hat eher den Eindruck, als wolle dieses Hirschkäferweibchen anatomischen Anschauungsunterricht geben.
Die Flugzeit der Hirschkäfer ist Juni bis August. Ausgesprochen elegant kann man diese Landung aber nicht nennen.
Hirschkäfer leben ausschließlich in alten Eichen-Waldbeständen. Das Problem für die Hirschkäfer ist, dass ihre Larven im weißfaulen Wurzelholz der Eichen ihre Nahrung und Entwicklung finden, aber durch die in der Forstwirtschaft üblichen Winterfällungen häufig nur das Wurzelholz mit stark angereicherter Gerbsäure vorfinden. Das gerbsäurearme Sommer-Holz der Eichen finden sie selten vor. Einer der Gründe, weshalb der Artenbestand stark zurückgeht.
Schon beim Eingraben des 6.000 Ltr.-Teiches wurde die Anlage für eine Hirschkäfer-Kinderstube geschaffen. Eichenstämme, mit weißfaulen Holz, werden eingebracht und mit Erde bedeckt. Dabei wurde das gerbsäurearme Holz aus dem Kopfbereich der Eichen eingesetzt.
Die Aushebung des großen Teiches in frühmorgendlicher Sonne.
Der kleine Teich (800 Ltr) wird im August 2005 ausgehoben, zwei schwarze Königs-pudel schauen mehr oder weniger interessiert zu.